Kreativ codieren mit dem „TurtleCoder“

Kreativ codieren mit der Turtlecoder oder den MINT-Bereich mit den gestalterischen Fächern verbinden.

Die „Turtle“ und mich hat das Workshopangebot auf der Didacta zusammengeführt. Thomas Schmidt demonstrierte mit so viel Herzblut die Möglichkeiten der kleinen Schildkröte im „Turtlecoder„, dass ich natürlich mit meinen Schülern bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit den Computerraum stürmte.

Wir nahmen damals schon am Projekt „infGSnds“ teil und meine Schüler hatten bereits einige Erfahrungen mit Coding und dem Calliope gemacht. Der Turlecoder unterscheidet sich allerdings deutlich von Scratch, OpenRoberta und Co.:

Man programmiert eine kleine Schildkröte, die beim Wandern über das Papier deutliche Spuren in Form von Strichen hinterlässt. So werden die abenteuerlichsten und schönsten grafischen Strukturen programmiert. Zunächst hieß das, in die Winkelkunde einzusteigen. Mittel praktischer Demonstrationen (Kabel und Kinder) und Unterstützung von Richtungspfeilen auf Papier waren die Grundfunktionen schnell vermittelt und die ersten Quadrate und Kreise wurden gecodet. Das Codieren mit dem TurtleCoder barrierefrei funktioniert und auch im inklusiven Unterricht angewendet werden kann, demonstrierte Thomas uns Lehrkräften und den Kindern übrigens sehr eindrucksvoll auf dem CodingCup in Berlin.

Durch die Variablen trauten sich immer mehr Kinder, größere und vor allem unterschiedliche Muster zu entwerfen. Erstaunt stellten sie fest, welchen Unterschied da abweichen von wenigen Grad ausmachen konnte. Als schließlich noch Farben und Geschwindigkeit verändert wurden, fand die Begeisterung keine Grenzen. Zusätzlich konnten wir einen kleinen Malroboter einsetzen, der die gecodeten Muster auf großformatiges Papier übertrug. So gestalteten wir eine ganze Blumentapete selber, allerdings immer nur in einer Farbe.

Zunächst speicherten wir die erschaffenen Bilder und druckten einige Ausgewählte aus, erst auf normalem Papier, dann auf wertigem Fotopapier, was die Farben besser zur Geltung brachte. Mit Papierklebeband, LEDs und allerlei „Bastelkram“ erweiterten die Kinder dann ihre Bilder zu individuellen Kunstwerken. Das hatten wir auf dem CodingCup in Berlin kennengelernt, zu dem wir anlässlich der Preisverleihung 2018 eingeladen wurden (3. Platz, Richter-Fenster).

Ich hatte ursprünglich die Idee, die ausgedruckten Codingbilder per DekoPatch (Transferleim) auf Tonfliesen aufzubringen und aus diesen dann ein großes Relief zu formen. Die Kosten für die Fertigfliesen und den Leim waren ziemlich hoch. Das brachte mich auf die Idee, die Fliesen selber herzustellen.

Im Werkunterricht schnitten wir dann Tonvierecke zu, auf die wir die ausgedruckten Bilder aufbrachten und mit Holzstäbchen und Küchenmessern die Muster durchdrückten. Nach dem Trocknen wurden die Fliesen sehr vorsichtig mit Glasuren bemalt und gebrannt. Das fertige Ergebnis ist einmalig. Mit Silikonkleber auf Holzplatten aufgebracht hängen nun die Tonscherben im Schulflur. Mit einem 3D-Drucker hätten wir die schönsten Muster als Formen ausdrucken können und so  die Fliesen noch vervielfältigen können. Doch welche Grundschule kann sich schon einen 3D-Drucker leisten….

Bei Twitter bin ich dann noch auf den Hashtag „turtlestitch“ getroffen und beim Account von Andrea Mayr-Stalder gelandet, die mit dem Tool Turtlestitch Codemuster per Stickmaschine auf alle Arten von Textilien aufbringt. Ein spannendes Projekt, leider nenne ich keine solches Maschinchen mein eigen….

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